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Meine Beziehungen

Meine Beziehungen

28 February 2017

Es ist kompliziert … oder vielleicht doch nicht? 

Auf Facebook gibt es die Möglichkeit deinen Beziehungsstatus auf „Es ist kompliziert.“ zu setzen. Als ich das gesehen habe, musste ich erstmal lachen. Einerseits habe ich mich gefragt, was das genau bedeutet und andererseits wusste ich genau, was damit gemeint ist.

Beziehungen sind das Beste, was es gibt – aber gleichzeitig manchmal auch das Schwierigste. Jesus kam nicht, um unser Leben kompliziert zu machen. Und genau das glauben wir auch für unsere Beziehungen. Pastor Freimut hat in seinem letzten Blog darüber geredet, was es bedeutet „einfach nur ein Diener zu sein“. Diese Perspektive verbunden mit einer starken Identität in Gott kann alles verändern und vieles vereinfachen. Wie kann das konkret in unseren Beziehungen aussehen?

Ich bin ein Freund deiner Zukunft

Die erste Frage, die sich stellt ist, was unsere Absichten sind für die Beziehungen, in denen wir stehen. Jeder der verheiratet ist weiß, dass es keine gute Idee ist, in eine Beziehung zu gehen mit der Frage: „Was kann ich bekommen? Welcher Mangel in mir kann dadurch gefüllt werden?“ Und das gilt für all unsere Beziehungen.

Das heißt nicht, dass wir nichts zurückbekommen und dass gute Beziehungen nicht erfüllend sein können. Aber wie wäre es, wenn wir in unsere Beziehungen gehen, als Diener der Zukunft unserer Freunde? Wie können meine Beziehungen dazu dienen, damit andere dadurch mehr von dem empfangen können, was Gott noch vorbereitet hat? Wenn der Kompass für unsere Beziehungen ist, mit anderen so umzugehen, sie zu ermutigen und in ihr Leben hineinzusprechen – dann sind unsere Beziehungen voller Bestimmung!

Vor allem aber behüte dein Herz

Es steckt oft so viel von unserem Herzen in unseren Beziehungen. Und deshalb sind automatisch unsere Gefühle und Hoffnungen mit unseren Beziehungen verbunden. Auch wenn unser Hauptfokus ist, was wir geben können, sind wir dem ausgesetzt, was aus den Beziehungen in unsere Leben hineinkommt. Und das aus den verschiedensten Arten von Beziehungen: Freunde, Ehepartner, Chef, Familie, Arbeitskollegen, Kirche, Leiter, Teammitglieder.

Das Schwere ist, dass keiner von uns Kontrolle darüber hat, was zurückkommt. Ein Freund von mir hat folgendes Motto, wenn er zu einer Party eingeladen wird: „Ich esse immer etwas, bevor ich gehe. Wenn es dort nichts gibt, dann macht es mir nichts aus. Ich habe ja schon was gegessen. Und wenn es etwas gibt, dann ist das ein Bonus und ich suche mir die besten Sachen aus.“

Das ist nicht nur ein guter Tipp für Partys, sondern auch für unsere Beziehungen. Wenn wir unsere Anerkennung, Bestätigung, Ermutigung von Gott holen, dann zerbricht unsere Welt nicht, wenn wir das in unseren Beziehungen gerade nicht bekommen. Und wenn unsere Freundschaften voll damit sind, dann ist es ein guter Bonus, den wir gerne nehmen und uns daran freuen.
David – ein Mann nach Gottes Herzen – war so gut darin, die Dinge, die auf ihn zukamen, zuerst an Gott zu geben. Er hat es gelernt von ihm zu empfangen und konnte deshalb mit dem gut umgehen, was in seinem Leben alles passierte.

Das, was du in Beziehungen hineingibst, ist wie eine Saat, die du streust. Deine Aufgabe ist es nicht, das Gesäte wachsen zu lassen. Deine Aufgabe ist es zu säen. Und oft wirst du sehen, was dadurch passiert, manchmal werden es nur andere sehen und manchmal musst du weitergehen und den „Sand der Enttäuschung“ abschütteln, damit er nicht in dein Getriebe gerät.
Eines ist sicher: Gott will durch deine Beziehungen etwas Großartiges tun!
„Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben.“ (Sprüche 4,23)

Sei wach für die Menschen, die Gott in dein Leben stellt

Wir alle haben schon einmal den Satz gehört: „Zeige mir deine Freunde, und ich sage dir, wo du in ein paar Jahren stehen wirst.“ Diese Aussage spricht von der Kraft des Umfelds, in das wir uns begeben.

Ich glaube, jeder von uns hat großartige Möglichkeiten, Beziehungen zu bauen mit Menschen, die bereits ein Stück weit so sind, wie wir einmal sein wollen. Und das in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens. Familie, Finanzen, in ihrer Beziehung zu Gott, Ehe, Leiter sein …

Wer inspiriert dich, weil er in diesem Bereich ein Schritt weiter ist als du? Das ist der Reichtum von Kirche und davon Teil einer großen Familie zu sein. Es gibt so viele Möglichkeiten!

Und gleichzeitig sind wir berufen, diese Personen für andere zu sein. Wenn wir uns das Leben von Jesus anschauen, dann hat sein Umfeld nicht immer so ausgesehen, wie andere es erwartet haben:
„»Wie kann euer Meister nur zusammen mit Zolleinnehmern und Sündern essen?«Jesus hörte das und erwiderte: »Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.“ (Mt 9,11-12).

Jesus wusste, dass er einen Auftrag hat und dass sein Leben sich nicht um ihn dreht. Und genauso möchte Gott durch dich arbeiten, um Hoffnung, Glaube und Liebe in das Leben anderer zu bringen.

Wie kann das alles jetzt praktisch für dich aussehen?

Sei ein Freund der Zukunft anderer:
Wie kannst du gerade jemandem helfen, einen Schritt weiter nach vorne zu gehen?
Vor allem behüte dein Herz:
Wo erwartest du gerade etwas aus einer Beziehung, was du eigentlich nur von Gott bekommen kannst?
Sei wach für die Menschen, die Gott in dein Leben gestellt hat:
Von welcher Person möchtest du gerade lernen und kannst dich bewusst mehr mit ihr beschäftigen?
Welche Person hat Gott gerade in dein Leben gestellt, um für sie da zu sein?